Manche meiner Ideen fangen mit so einer wunderschönen Skizze an (also eigentlich nur dann wenn ich jemanden von der Idee überzeugen möchte oder ich etwas ausmessen muss - damals war ersteres der Fall 😋).
Also gesagt getan. Die Herausforderung war, schon im Baumarkt möglichst gerade Latten zu bekommen. Das hier war einfaches Konstruktionsholz (war am günstigsten), also weder geschliffen, noch sonst irgendwie behandelt. Ich habe mir vorher ausgerechnet wie viele Latten ich brauche (die Rechnung habe ich leider nicht mehr). Aber zusammenfassend: Überlegt euch wie hoch die Garderobe sein soll und guckt im Baumarkt eures Vertrauens wie breit die Latten sind, die ihr haben mögt. Nach jeder Latte sollte bei mir ein Abstand von ein paar Zentimetern sein, um hier Bretter für Pflanzen einstecken zu können. Der Abstand musste für mich also Brettdicke haben. Also: Gesamtmaß / (Lattenbreite + Lücke zwischen den Latten) = Anzahl der Latten. Ja genau, man hat dann eine Lücke zu viel berechnet, aber das wäre die unkomplizierteste Rechnung.
- Lange Latten als Sprossen
- Ich habe mir 4 kürzere Latten besorgt, als Querstreben und zur Befestigung an der Wand
- Vieeele (Anzahl Latten * Anzahl Querstreben) kleine Schrauben, die durch die Querstreben reichen und in die Längstlatten greifen ohne vorne wieder rauszugucken
- Lange Schrauben und Dübel für die Wandbefestigung
- Idealerweise ein Schleifgerät (nach dem Projekt hab ich mir eines angeschafft) ansonsten grobes und feines Schleifpapier
- Lasur wenn die Latten eine besondere Farbe bekommen sollen. Meine Längst-Latten habe ich mit Buche-Lasur bearbeitet, die Querstreben in weiß.
- Viel Platz, wo das Ganze auch mal ein paar Tage liegen bleiben kann im Idealfall
- Eine Bohrmaschine (Akku reicht) um die Löcher in den Querstreben vorzubohren, damit es nicht aufsplittert und alles umsonst war
- Ich fand diese großen Klemmen (Google sagt die nennen sich F-Klemmen oder Schraubzwingen) super praktisch, zum befestigen der einzelnen Latten
- Bleistift
- Bandmaß/Zollstock
- ggf. Säge wenn du die Latten oder Querstreben noch kürzen musst
Dann ging es los. Jedes Brett grob abschleifen und danach fein abschleifen. Ich habe es damals alles mit der Hand gemacht – Handcreme war in der Zeit mein bester Freund (trotz Handschuhen). Dann die Latten in der Farbe eurer Wahl lasieren, ölen, lackieren, was immer ihr mögt. Das Ganze hat bei mir einige Wochen gedauert, weil ich immer nur zwischendurch mal Zeit dazu hatte.
Die Querstreben habe ich zurecht gesägt, die gab es nicht in der Länge, die ich brauchte. Wie man sieht, habe ich erst nach dem Schleifen und lasieren gemerkt, dass alle unterschiedlich lang waren 😅. Also musste hier nochmal gesägt und geschliffen und lasiert werden. Man sah aber zum Glück nicht, dass ich hier nachbehandelt habe. Es war nur zusätzlicher Zeitaufwand.
Dann die Montage. Ich habe meine Querstreben damals als Abstandshalter genutzt (weil die genauso breit waren, wie die Bretter, die später als Pflanzenablage dienen sollten) und mir überlegt, dass ich die Latten gerne seitlich versetzt montieren möchte. Also habe ich immer Latte – Querstrebe – Latte genommen und mit der Schraubzwinge fixiert, dann das Loch auf der genutzten Querstrebe fein vorgebohrt und die Latten verschraubt. Das Ganze erst auf beiden Außenseiten, dann für die Querstreben in der Mitte. Die Reihenfolge ist hier aber eigentlich beliebig.
Et volià, irgendwann waren alle 68 Schrauben verschraubt und die Garderobe an sich fertig.
Zur Aufhängung habe ich in jede Querstrebe ein Loch durchgebohrt, sodass man es mit Schrauben und Dübeln an die Wand hängen kann. Nachdem das passiert war (hier braucht es definitiv Unterstützung!) konnten die Bretter eingeschoben werden (die natürlich auch vorher geschliffen und behandelt wurden), Pflanzen deponiert werden, Haken für die Jacken aufgehängt und natürlich die Beleuchtung installiert werden.
Hier habe ich damals einen LED Streifen von Philips Hue in einem entsprechend passenden Profil genutzt (damit er nicht durchhängt und sich verselbständigt). Das einfach locker oben drauf gelegt und mit Kabelkanal in der Ecke angeschlossen.
Etwas später folgte dann ein Umzug und ich wollte die Garderobe unbedingt auch in meine neue Wohnung mitnehmen. Also habe ich sie kurzerhand gekürzt. Dazu erstmal alle Bretter beschriftet und ERST DANN alles auseinander geschraubt (man lernt ja aus seinen Erfahrungen - zumindest was solche Holzarbeiten angeht 😉)
Alle Latten gekürzt, etwas geschliffen und das Ganze wieder nach obigem Prinzip zusammengeschraubt. Und ich fand auch in der Wohnung machte sich die Garderobe echt gut 😊.
Bei der Wohnung danach (ja ich habs irgendwie mit Umzügen 🤔) war dann aber beim besten Willen kein sinnvoller Platz mehr für die Garderobe. Der Flur ist schmaler und schlauchiger und sie wäre einfach zu wuchtig gewesen. Also habe ich sie bei Kleinanzeigen verkauft und hoffe, sie hat jetzt einen neuen tollen Platz und begeistert andere Leute, so wie sie mich und meine Gäste immer begeistert hat!
In der (jetzigen) Wohnung habe ich dann natürlich eine andere Garderobe gebastelt, die ich euch hier natürlich nicht vorenthalten werde. Stay tuned 😋